Sag mir, wie du denkst – nicht, was ich glauben soll.
Teamsitzung.
Es geht um eine Aufgabe, die noch erledigt werden muss.
Herr B. sagt:
„Das machen wir zeitnah.“
Alle nicken.
Damit scheint die Sache geklärt.
Für Frau A. bedeutet zeitnah:
heute.
Für Herrn B.:
diese Woche.
Für Frau C.:
bevor es unangenehm wird.
Der Praktikant denkt:
hoffentlich nicht ich.
Niemand sagt etwas davon.
Alle haben dasselbe Wort gehört.
Und etwas anderes verstanden.
Am nächsten Tag fragt Frau A.:
„Ist das schon erledigt?“
Herr B. schaut überrascht.
„Wieso? Wir haben doch gesagt: zeitnah.“
„Eben.“
Kurze Stille.
Dann beginnt die Diskussion darüber, was „zeitnah“ eigentlich bedeutet.
Sie dauert länger als die Aufgabe selbst.
Beim nächsten Treffen soll alles klarer werden.
Diesmal wird beschlossen, genauer zu formulieren.
Also sagt Herr B.:
„Wir sollten das möglichst bald abschließen.“
Alle nicken.
Frau A. schreibt sich auf:
heute.
Herr B. denkt:
diese Woche.
Frau C.:
bevor es unangenehm wird.
Der Praktikant sagt diesmal:
„Was heißt möglichst bald?“
Alle schauen ihn an.
Dann sagt jemand:
„Gute Frage.“
Und plötzlich wird es interessant.
Weil nicht mehr alle so tun müssen, als hätten sie dasselbe verstanden.
Sag mir, wie du denkst – nicht, was ich glauben soll.