Der Kampf mit der Papiertonne

Der erste Eindruck: eine volle Tonne

Das Vorhaben, Papier fachgerecht zu entsorgen, ist immer wieder eine interessante Herausforderung: Die Papiertonne – meist randvoll. Große, ungefaltete Verpackungen thronen darin wie träge Riesen und lassen kaum Raum für Neues. Ich staune jedes Mal aufs Neue: Wie schaffen es meine Mitbewohner, mit zwei oder drei Kartons das gesamte Volumen so auszufüllen, dass kein Blatt mehr dazwischen passt?

Umschichten und Komprimieren

Regelmäßig nehme ich die Herausforderung an – und beginne umzuschichten. Ich hole meine kleine Leiter, steige in die Tonne und beginne zu komprimieren. Mit einer Mischung aus Ehrgeiz und sportlicher Freude stampfe ich Karton für Karton zusammen. Ich hüpfe, verlagere mein Gewicht, trete. Zentimeter für Zentimeter entsteht neuer Raum.

Und dann: Zufriedenheit!

Es ist vollbracht! Mein sorgsam gefalteter Karton kann seinen Platz einnehmen – ordentlich, durchdacht, strukturiert. Sieg.

… ein Sieg, kürzer als das Leben einer Eintagsfliege.

Der Lauf der Dinge

… der ganz normale Alltag.

Woche für Woche.

Eine schöne Herausforderung. Macht nichts.

Mit jeder vollen Tonne wachse ich –

und verfeinere meine Technik.
Ein Knie hier, ein gezielter Tritt dort. Es entsteht fast eine tänzerische Choreografie.
Ich denke an den großartigen Film Und täglich grüßt das Murmeltier –

oder an Sisyphos.

Eine Endlosschleife – und doch bin ich nicht dieselbe.
Ich lerne dazu. Werde präziser, effizienter.
Und: kreativer.

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