
Ursula Breinl
Schubladen öffnen
Ich bin bildende Künstlerin, Illustratorin und Kommunikationsdesignerin. Ich arbeite mit Zeichnung, Bild, Sprache und Gestaltung – und mit dem, was bereits da ist.
Mich interessieren Situationen, in denen etwas feststeckt: ein Gedanke, eine Vorstellung, ein Angebot, ein überfülltes System.
Ich beobachte, frage, zeichne und sortiere. Was ist wichtig? Was gehört wirklich dazu? Was kann weg? Was wurde bisher übersehen?
Menschen müssen nicht passender werden
Gerade Eigenheiten, Erfahrungen und ungewöhnliche Kombinationen machen Menschen und ihre Angebote unterscheidbar und unverwechselbar.
Mich interessiert deshalb nicht zuerst, wie ein Angebot möglichst gut in den Markt passt.
Mich interessiert:
Was ist eigen? Was davon gehört nach vorn? Und welche Form braucht es, damit andere es erkennen können?
Ich unterstütze dabei herauszufinden, was nach vorn gehört – und eine getroffene Entscheidung auch stehen zu lassen.
Eigensinn statt Everybody’s Darling.
Künstlerisches Denken
Nicht vorschnell von einer bekannten Lösung auszugehen bedeutet für mich: Eine Frage darf offenbleiben. Widersprüche dürfen stehen bleiben. Ich kann ausprobieren, verwerfen und Dinge anders zusammensetzen als erwartet.
Diese Art zu denken begleitet mich – in Kunst, Illustration und Gestaltung und inzwischen auch beim pädagogischen Aufräumen. Dort werden Schubladen manchmal tatsächlich geöffnet.
Die Aufgaben sind verschieden. Der Blick ist ähnlich:
genau hinsehen, unterscheiden und Entscheidungen möglich machen.
Zusammenarbeit
Wenn ich für Selbstständige, Teams oder Organisationen arbeite, setze ich nicht einfach eine fertige Vorstellung hübsch um.
Ich höre zu, frage nach, zeichne, sortiere und manchmal widerspreche ich. Gemeinsam klären wir, was gezeigt und gesagt werden soll.
Manchmal entsteht daraus eine Illustration.
Manchmal ein visuelles Konzept.
Manchmal ein klarer Satz.
Und manchmal stellt sich heraus, dass die ursprüngliche Frage genau die richtige war.
Meine Aufgabe ist nicht, Menschen oder ihre Angebote passend zu machen. Ich suche mit ihnen nach einer Form, in der das Eigene erkennbar wird – ohne es glattzubügeln.
Was mich antreibt
Ich möchte mit meiner Arbeit Eigenheiten sichtbar machen, statt sie einer erwartbaren Form anzupassen – und Menschen dabei unterstützen, daraus klare Entscheidungen zu treffen.
Meine Vision ist eine Welt, in der Menschen, Ideen und Angebote nicht erst normiert werden müssen, um ernst genommen zu werden.
Unterschiede müssen nicht weggeschliffen werden. Sie können genau das sein, was etwas unverwechselbar macht.